Kräutergarten

Heilpflanze des Monats Juni:
Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)
Der Frauenmantel, der zu den Rosengewächsen gehört, ist eine krautige Pflanze, die 10-40 cm hoch wird, rundlich gefaltete Blätter und unscheinbare, kleine gelbgrüne Blüten (Blütezeit Mai -Juli) in verzweigten Blütenständen besitzt. Der deutsche Name bezieht sich auf die Blattform, die an einen mittelalterlichen Frauenmantel erinnern soll. Der lateinische Name rührt daher, dass die Alchemisten des Mittelalters die von der Pflanze im Blatt gesammelten Wassertropfen als himmlisches Wasser bezeichnet hatten. Die Pflanze wurde in der Volksmedizin vor allem bei Frauenleiden eingesetzt. Dank der adstringierenden Wirkung ihrer Inhaltsstoffe soll sie auch bei Durchfall und Bauchschmerzen helfen. Tabernaemontanus schreibt, dass sie „dienstlich (sei) in Versehrung der Därm, sie komme gleich von der Ruhr oder anderswoher“. “
(Ute Ditschler)

Heilpflanze des Monats Mai:
Berberitze bzw. Sauerdorn (Berberis vilgaris)
„Der Sauerdorn, ein bis zu 2,5 m hoher, anspruchsloser und sommergrüner Strauch, hat elliptische, feingezähnte Blätter und Dornen, die aus Blättern entstanden sind. Im April und Mai trägt er viele gelbe, hängende Blütentrauben.Im Herbst fällt der Strauch neben der schönen Blattfärbung mit seinen tiefroten Beeren auf.Der Strauch enthält in allen Teilen, ausser dem Fruchtfleisch der Beeren, das giftige Alkaloid Berberin. Aus diesem Fruchtfleisch lässt sich Sirup oder sehr saure Marmelade herstellen. Im Nahen Osten werden die Beeren zum Würzen von Speisen verwendet. Bei Kneipp wie bei Tabernaemontanus fand die Pflanze hauptsächlich bei Magen-und Darmleiden Anwendung. Ausserdem findetder Strauch im Naturgarten als Vogelschutzgehölz und Insektenweide seinen Platz.“
(Ute Ditschler)


Und so sieht der Sauerdorn in unserem Kräutergarten im Herbst aus.

Heilkraut des Monats April:
die Schlüsselblume (primula veris)
Die Schlüsselblume wuchs ursprünglich wild in ganz Europa. Heute gehört sie zu den geschützten Pflanzen und darf deshalb nicht gesammelt werden. Die Pflanze gehört zu den Primelgewächsen und besitzt länglich-eiförmige kurz gestielte Blätter, die dicht am Boden sitzen. An langen, zart behaarten Stielen blühen von März bis April die goldgelben Blütenglocken. Die heilkräftigen Wirkstoffe der Pflanze sind hauptsächlich Saponine, daneben auch Gerbstoffe und Glykoside. Eingesetzt werden diese Inhaltsstoffe bei Husten und Verschleimung der Atemwege. Kneipp verordnete sie auch bei Gliederschmerzen und Gicht und bei Tabernae Montanus steht unter anderem: „So benehmen die Schlüsselblumen solchen Schmerzen der Glieder, wie und wo derselbe nur seyn mag“.

Heilpflanze des Monats März:
der Huflattich ( Tussilago farfara )
Schon ab Februar erscheinen die gelben Korbblüten des Huflattichs auf schuppigen Stängeln. Die grossen, herzförmig rundlich und gezähnten Blätter treiben erst nach der Blüte aus. Die Hauptwirkstoffe des Huflattichs, dazu zählen Schleimstoffe und Gerbstoffe, befinden sich zum grösseren Teil in den Blättern, weniger in den Blüten und werden hauptsächlich bei Atemwegserkrankungen eingesetzt. Schon Tabernaemontanus kannte diese Eigenschaften: „Diß Kraut wird für ein gut Brust- und Lungenkraut gehalten, weil es in trockenem Husten und Engbrüstigkeit sehr behülfflich.“

