Renaturierung

Erlenbach wieder an der Oberfläche



Von einer „neuen Ära“ sprach Stadtbürgermeister Hermann Augspurger, als er am Dienstagvormittag, 20. April 2021, kurz nach 11 Uhr die Schotten hochkurbelte und das Wasser des Erlenbachs unterhalb des Hotels Seeblick in sein neues Bachbett einfließen ließ. Mitglieder des Stadtrates sowie einige Zuschauer, die das Ereignis live mitverfolgen wollten, waren vor Ort.

Lange Zeit floss er unterirdisch, der Erlenbach, durch Rohrleitungen, unsichtbar für Besucher des Kurparks und die Kurgäste. Nun schlängelt sich der Bachlauf auf einer Strecke von insgesamt 800 Metern vom Schwanenweiher über das Privatgelände des Hotels Luisenpark bis in den vorderen Abschnitt des Kurparks. Eingefasst in ein Kiesbett, umrandet von Wackersteinen.

Der erste und wichtigste Schritt in Richtung Renaturierung und damit für das Förderprojekt Aktion Blau Plus seitens des Landes Rheinland-Pfalz ist getan. Das Landesprogramm unterstützt das Großprojekt Erlenbach-Offenlegung und finanziert bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Ziel der Aktion Blau Plus ist es, die Gewässer in Rheinland-Pfalz in einen ökologisch einwandfreien Zustand zu bringen. Das Plus der Aktion Blau stehe dabei, laut Informationen des Umweltministeriums Rheinland-Pfalz, für weitere Aspekte wie Hochwasserschutz, Dorf- und Stadtentwicklung oder den Tourismus.

Weiter stehen jetzt die Gestaltungsarbeiten entlang des Bachlaufs an: Die Flächen sollen begrünt, ein Wasserspielplatz für Kinder auf Höhe der Minigolf-Anlage errichtet und Sitz- sowie weitere Ruhemöglichkeiten sollen an verschiedenen Stellen montiert werden. Die Bauherren wie auch die Stadtspitze sind zuversichtlich, dass der angegebene Zeitplan eingehalten werden kann und die Arbeiten Anfang Oktober abgeschlossen werden können. Auch was die Baukosten betrifft, sind durch die Corona-Krise, die in vielen Handwerksbranchen einen nicht unerheblichen Anstieg an Materialkosten und Lieferschwierigkeiten mit sich gebracht hat, aufgrund des Pauschalangebots keine Preissteigerungen zu befürchten.

Stadtbürgermeister Augspurger betont: „Es ist ein sehr angenehmes Miteinander mit allen beteiligten Baufirmen und auch mit dem Architektenbüro. Wir werden grundsätzlich rechtzeitig über auftretende Schwierigkeiten informiert und können so bei der Problemlösung aktiv mitwirken. Sogar trotz der sehr frostigen Wintermonate kam es zu keinen Ausfällen und keinerlei Verzögerungen in unserem Bauplan.“ kh