Neujahrsgrüße des Bürgermeisters


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Ein neues Jahr hat begonnen.

In einem normalen Jahr träfen wir uns im großen Saal des Haus des Gastes zum Neujahrsempfang der Stadt. Aber leider beginnt das neue Jahr so wie das alte geendet hat - im Lockdown.

Ich möchte aber nicht auf die Tradition verzichten, das alte Jahr Revue passieren zu lassen und einen Ausblick auf das neue Jahr zu geben.

Voller Tatendrang und mit vielen Ideen starteten wir in das Jahr 2020. Doch Corona durchkreuzte unsere Pläne. So war für den Sommer die Premiere des Stückes „Ansteckende Freiheit“ des Chawwerusch Theaters im Schlossinnenhof angesetzt. Ein Stück zum Thema Freiheit und Demokratie vor dem Hintergrund der ersten Republik auf deutschem Boden in Bad Bergzabern 1792. Die Aufführung fiel coronabedingt aus, genau wie zahlreiche anderen kulturellen Veranstaltungen leider auch.

Unseren geplanten Festakt zum 150-jährigen Jubiläum der Bahnstrecke Winden-Bad Bergzabern mussten wir absagen, ebenso wie das Weinfest in unserer Patenstadt Amberg. Auch unsere Feste, wie das Fröhliche Kunterbunt, Fit in den Frühling, die Hameckermärkte, die Helle Nacht, der Weinstraßentag und der Herbstmarkt konnten nicht stattfinden. Damit fielen auch Begegnungen zwischen den Generationen, ein lockerer Austausch, das gemeinsame Genießen und Feiern weg. Umso wichtiger ist es, dass wir andere Möglichkeiten finden, den Zusammenhalt und die Gemeinschaft in der Stadt zu fördern.

Was passierte im Jahr 2020? Trotz der widrigen Umstände wurde vieles angestoßen und umgesetzt. Lassen Sie mich einige Punkte erwähnen und vorstellen.

Nach langen Jahren der Planung begann im April die Offenlegung des Erlenbaches im Kurpark. Diese Baustelle belegt große Teile des Kurparks. Zugegebenermaßen sieht es zurzeit ziemlich wild aus im Kurpark, aber es geht voran. Hierbei haben wir Glück im Unglück. Wegen Corona hatten wir nicht so viele Gäste in der Stadt. Deshalb ist der Kurpark nicht so stark frequentiert und die Störung fällt nicht so sehr ins Gewicht.

Es war überhaupt ein Jahr der Bautätigkeiten. So wurde ein Teilstück des Maxburgrings ausgebaut und das letzte Stück der Pestalozzistraße saniert. Die Kosten blieben dabei sogar unter der Kostenschätzung der Planer.

Ganz im Stillen wurde die Holzbrücke über den Erlenbach hinter der Augspurger Mühle instandgesetzt. Hier möchte ich mich ganz besonders bei den fleißigen Händen des Technischen Hilfswerkes bedanken. Der Ortsverein des THW hat diese Brücke ehrenamtlich wieder sicher gemacht. 

2020 konnte der neue Anbau am Kindergarten „Arche Noah“ in der Luitpoldstraße in Betrieb genommen werden. Der Anbau war eine enorm große finanzielle Herausforderung für die Stadt, aber gut investiertes Geld in unsere Zukunft. Denn gute Kindertagesstätten sind wichtig für unsere Kleinsten. Aus diesem Grund hat der Stadtrat auch Mittel für notwendige Renovierungsarbeiten in der Kindertagesstätte „St. Martin“ bereitgestellt.

Auch in der Karl-Popp-Straße tut sich etwas. Der dortige Kinderspielplatz war in die Jahre gekommen. Die Spielgeräte wurden als nicht mehr sicher gesperrt. Nach einigen Jahren haben wir letztes Jahr die Sanierung begonnen. Die alten Geräte und der marode Zaun wurden entfernt und Platz für eine Neuanlage des Spielplatzes geschaffen.

Im August letzten Jahres konnten wir nach langer Zeit endlich den Bolzplatz am Sportplatz eröffnen. Auf diesem Platz haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit zu kicken, ohne an Trainingszeiten oder Vereinszugehörigkeit gebunden zu sein.

Ein wichtiger Schritt für die Stadt ist auch die Aufnahme in das Projekt „SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“. Gemeinsam mit der Bürgerschaft entwickeln wir einen Fahrplan für Bad Bergzabern bis zum Jahr 2030. Im Frühjahr haben viele interessierte Bürgerinnen und Bürger in Webkonferenzen anregende Ideen und Vorschläge eingebracht. Am 23. September fand dann im Haus des Gastes die Zukunftswerkstatt statt. Bezahlbarer Wohnraum, Barrierefreiheit und Biodiversität waren nur einige der zahlreichen Anliegen und Vorschläge der Teilnehmenden. Die Ideen der Bürgerinnen werden zurzeit in die Nachhaltigkeitsstrategie eingearbeitet.

Parallel dazu hat der Stadtrat beschlossen, die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bei ihren künftigen Planungen im Rahmen der städtischen Möglichkeiten zu berücksichtigen. Dies ist ein wichtiger Schritt für unsere Zukunft.

Mitte März wurde in einer Aktion mit der Realschule Plus in Bad Bergzabern auf der oberen Rötz oberhalb des Kurparks die Streuobstwiese erweitert. Im Rahmen eines EU-Förderprojekts hat eine Schulklasse mit ihrem Lehrer neue Bäume gepflanzt und wird diese auch die nächsten Jahre pflegen. Dadurch leistet Bad Bergzabern einen kleinen Beitrag zum Schutz des Klimas und der Artenvielfalt. Meinen herzlichen Dank dafür an die Schülerinnen und Schüler sowie ihren Lehrer, der das Projekt ins Leben gerufen hat.

Endlich wurde der Beschluss des Stadtrates umgesetzt und der Platz vor dem Schloss auf den Namen „Herzogin-Karoline-Platz“ getauft.

Beim „Engel“ hat sich auch einiges getan. So gibt es jetzt den Beschluss des Vereins Südliche Weinstraße mit dem Büro für Tourismus in den „Engel“ umzuziehen.

Die Abstimmungen mit dem Land konnten erfolgreich abgeschlossen werden und wir können mit den Detailplanungen beginnen.

Im Museum geht es voran, auch wenn es zurzeit geschlossen ist. Es wurde ein neues Konzept erstellt, die Exponate durch Fachleute begutachtet und neue Schwerpunkte für das Museum gesetzt.

Im Oktober haben engagierte Bürgerinnen und Bürger den Förderverein der Museen der Stadt gegründet. Seither fanden in der „Baustelle Engel“ bereits einige Ausstellungen statt, bei denen sich Frau Susanne Schultz eingebracht hat.

Die Stadt hat sich ein Leitbild gegeben, das nach außen durch den Hamecker und die Böhämmervögelchen symbolisiert wird. Dafür meinen Dank an Frau Schultz und an alle, die sich in der Image-AG und in der Interessensgemeinschaft „Wir für Bad Bergzabern“ engagiert haben. Zum Ende letzten Jahres lief der Vertrag und die Förderung der Stelle von Frau Susanne Schultz im Zentrenmanagement aus. Ich möchte mich hier bei Frau Schultz für die geleistete Arbeit bedanken. Es war sicher nicht immer einfach und doch konnte einiges bewegt werden. Unter Anderem konnten im Rahmen des Zentrenmanagements viele neue Geschäfte angesiedelt werden.

Ich erinnere auch an den Hameckermarkt, ein Projekt des Zentrenmanagements. Sobald die Pandemie es zulässt, wollen wir uns wieder freitags auf dem Hameckermarkt treffen.

Kurz vor Jahresende konnte die neue Homepage der Stadt online gestellt werden. Für die viele Arbeit möchte ich mich bei meiner Beauftragten Frau Heike Grill bedanken.

Meinen drei Beigeordneten Frau Schäfer, Herrn Enke und Frau Schulz gilt mein Dank für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung. Gemeinsam mit meinen Beigeordneten bedanke ich mich bei den Beauftragten der Stadt Frau Heike Grill, Herrn Dr. Sven Böttinger und Herrn Christian Eberle, die immer im Hintergrund aktiv sind und uns unterstützen. 

Nur gemeinsam können wir etwas für die Stadt bewegen.

Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen, wie Sie sehen, hat sich im letzten Jahr einiges getan in Bad Bergzabern. Lassen Sie uns gemeinsam auf das neue Jahr blicken. Denn wir legen nicht die Hände in den Schoß und warten was kommt, sondern gestalten aktiv die Zukunft in unserer Stadt.

Unsere Großbaustelle im Kurpark geht weiter und wir überlegen uns schon, wie wir die Einweihung gestalten wollen.

2021 gibt es eine neue Baustelle in Bad Bergzabern. Der erste Bauabschnitt des Ausbaus der Lessingstraße beginnt im Februar. Hier investiert die Stadt rund 1,2 Millionen Euro. Das ist nur möglich durch einen Zuschuss vom Land. Das wird aber leider nicht ohne Einschränkungen im Verkehr in diesem Bereich gehen.

Durch einen weiteren Zuschuss können wir in 2021 das städtische Wohnhaus in der Pfarrgasse grundsanieren. Dadurch können wir günstigen Wohnraum für sozial schwächere Bürger bereithalten.

Auch planen wir gerade ein neues Toilettenhäuschen am Bahnhof. Das alte ist leider durch Vandalismus so oft zerstört worden, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt. Wir wollen aber weiterhin öffentliche Toiletten für unsere Bürger und Gäste bereithalten.

Sowie es möglich ist, wollen wir dieses Jahr die Aktion saubere Stadt durchführen. Dabei wollen wir mit gemeinsam mit Schulklassen und Bürgerinnen und Bürgern einen Stadtputz veranstalten.

Das Kunstquartier rund um den Bahnhof geht seiner Verwirklichung entgegen. So wird auf dem Kreisel am Bahnhof ein Kunstwerk des Künstlers Martin Schöneich aufgestellt und der Kreisel neu angelegt. Die Künstlerin Alice Assel stellt ebenso ein Kunstwerk am Kreisel auf. Herr Chmuchal, der den Hamecker und die Böhämmervögelchen kreierte, hat unser Toilettenhäuschen optisch durch seine Kunst wunderbar aufgepeppt.

Alle Kunstschaffenden stellen ihre Kunst der Stadt als Spende zur Verfügung. Dafür unser herzlichster Dank.

Im Juli ist geplant, unser Weinfest in Amberg zu veranstalten.

Das Bahnjubiläum soll gebührend gefeiert werden. Dazu sind ein Festakt und der Einsatz eines historischen Zuges vorgesehen.

Nach langen Jahren der Planung ist endlich unser Fahrradwegekonzept so gut wie fertig. Es geht jetzt in die Endphase und wir können voraussichtlich noch in diesem Jahr an die Umsetzung gehen.

Das Projekt „SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ geht weiter. Im Frühjahr 2021 gibt es eine weitere Zukunftswerkstatt, bei der gemeinsam Ideen ausgearbeitet und konkrete Aktionspläne entwickelt werden.

Hierzu sind nach wie vor alle Bürgerinnen und Bürger zur Mitarbeit eingeladen. Machen Sie mit - es geht um Ihre Stadt!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Sie sehen, es geht voran in der Stadt, und jede/r von Ihnen hat die Möglichkeit, sich einzubringen. Helfen Sie bitte alle mit, unsere Stadt lebendig, attraktiv und lebenswert zu erhalten. Gehen Sie in Bad Bergzabern einkaufen, bestellen Sie Waren in den Geschäften vor Ort, und unterstützen Sie die Gastronomie durch den Kauf von Gutscheinen oder Essen zum Mitnehmen.

In diesem Sinne wünschen meine Beigeordneten, Beauftragten und ich Ihnen ein gutes, glückliches, erfolgreiches und gesundes Jahr 2021.

Ihr Stadtbürgermeister Hermann Augspurger